Barbara Dribbusch

Journalistin & Autorin

Berichte

Fangfragen für Simulanten | TAZ 26.9.2014

SEELE Forscher arbeiten an neuen Tests, um das Vortäuschen von psychischen Beschwerden zu enttarnen. Versicherer wollen damit Rentenanträge überprüfen

Die Fragen in dem Test klingen harmlos: „Am besten fühle ich mich morgens nach einem guten Schlaf, obwohl ich die meiste Zeit depressiv bin.“ Der Proband muss ein „ja“ oder ein „nein“ ankreuzen. Wer ein „ja“ markiert, gerät aber in Verdacht, als Täuscher dazustehen. Denn klinisch Depressive schlafen eher schlecht und erleben oft am Morgen ihr schlimmstes Tief.
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Ein Job wie Flaschensammeln | TAZ 9.1.2014

ARBEIT Bis sechs Uhr in der Früh müssen die Tageszeitungen der Abonnenten im Briefkasten liegen. Manche Zusteller arbeiten für 3 Euro die Stunde. Doch wer damit Hartz IV aufstockt, für den sind auch ein paar Euro schon viel

Hausnummer 18, das sind fünf Abonnenten auf einen Schlag. Immerhin. Irina Feldmann* sucht einen Schlüssel aus ihrem dicken Bund heraus und schließt die Eingangstür auf zum Mietshaus in Berlin-Köpenick. Sie steckt eine Fußballzeitung und vier Tageszeitungen in die Briefkästen des Neubaus. „20 Cent verdient“, sagt die Botin. Es kann schlechter kommen.
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Eine Familie von Freiwilligen | TAZ 18.11.2013

UTOPIE Keine Kinder. Keine Geschwister. Können Freunde Verwandte ersetzen? Oder hört beim Geld die Freundschaft tatsächlich auf?

Das ist der Ernstfall: Lisa Feilbach*, 58, erkrankt an Krebs. Ihr Mann ist kurz zuvor verstorben, Kinder hat sie nicht. Die alte Mutter ist im Pflegeheim. Nur ein Bruder lebt noch irgendwo im Ausland. Und die Freundinnen sind noch da. Drei gute Freundinnen, um genau zu sein.
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Kein Grund zur Angst vor den Armen vom Balkan | TAZ 30.12.2013

EINWANDERUNG Trotz Freizügigkeit erhalten Rumänen und Bulgaren in Deutschland kaum Sozialleistungen

BERLIN | Die Wartezimmer beim Verein Südost-Europa Kultur in Berlin-Kreuzberg sind voll. Unter den Ratsuchenden: Simona, 39. Die rothaarige Rumänin kellnert derzeit als Selbstständige in der Spielbank Berlin. Sie hofft, nach Neujahr irgendwo fest angestellt zu werden – denn dann wäre vieles einfacher, mit dem Jobcenter, mit der Krankenversicherung in Deutschland.
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Verhasste Weinreben | TAZ 10.06.2013

 WOHNEN Zwei Architekten haben ein modernes Ökohaus in Berlin gebaut. Nun haben sie die Gentrifizierungsgegner am Hals

Die Farbe aus den Farbbeuteln wurde mühsam wieder abgekratzt, die eingeschlagenen Glasscheiben ersetzt. Von den Brandspuren am Eingang ist nichts mehr zu sehen. Nur die Weinreben, die Architekt Joerg Springer am ökologisch korrekten Passivhaus in Berlin-Kreuzberg pflanzte, werden immer wieder abgerupft – wenn es dämmert und die Vermummten kommen.

„Ich flitze dann raus und fange eine Debatte an“, erzählt der 53-jährige Architekt mit der trendigen Langhaarfrisur, „ich sage, hey, das sind Weinreben.“
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