Barbara Dribbusch

Journalistin & Autorin

Berichte

Der umgeleitete Patient | TAZ 21.1.2019

ARZTBESUCHE PatientInnen sollen künftig schneller zu Fachärzten kommen und bloß nicht in die Klinikambulanz gehen

Um sieben Uhr in der Früh stehen die ersten zwanzig Patienten Schlange vor der Tür der Augenarztpraxis von Dr. Ludger Wollring in Essen. Bis 8.30 Uhr führt Wollring eine „Offene Sprechstunde“. Erst die späteren Morgen- und Nachmittagsstunden sind für die Hilfesuchenden mit Terminen reserviert. Für Wollring ist die frühe Zeit der offenen Sprechstunde auch Strategie.
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Bloß nix Soziales | TAZ 12.4.2018

GELD In Deutschland verdienen sogar HundefriseurInnen mehr als PflegehelferInnen. Die untere Mittelschicht kommt auf höchstens 1.700 Euro netto. Ist das gerecht?

Mit dem Lkw rumfahren, Abwasserleitungen auf ihre Dichtigkeit überprüfen, öffnen, reinigen – 39 Stunden die Woche. „Es ist schon traurig, dass Leute, die sich dreckig machen, wenig anerkannt und wertgeschätzt werden“, sagt Sabine Born.

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Gebrechlichkeit als Lebensform akzeptieren | TAZ 27.12.2017

ALTER Das Seniorenheim St. Elisabeth der Caritas in Velten ist ein Beispiel dafür, was mit der Pflegereform möglich ist. Und was nicht.

Fünf Minuten. „Fünf Minuten nach dem Klingeln müsste eine Pflegekraft kommen“, sagt Mathias Gerwig, „vielleicht noch zwei, drei Minuten mehr, aber länger als acht Minuten sollte der Bewohner nicht warten müssen. Ich kann die Rufprotokolle auf meinem PC nachvollziehen.“
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Vom Wahlrecht ausgeschlossen | TAZ 16.6.2017

RECHT Menschen mit Behinderung und Betreuung „in allen Angelegenheiten“ dürfen laut Paragraf 13 des Bundeswahlgesetzes nicht wählen. Wie willkürlich ist diese Regelung?

Thies Teegen hat sich bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein für konkrete Themen interessiert, nicht für die Talkshow-Performance der Politiker. „Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen sind wichtig“, sagt der 52-Jährige, der in den Segeberger Wohn- und Werkstätten arbeitet. Er sitzt als sogenannter Selbstvertreter im Landesvorstand der Lebenshilfe Schleswig-Holstein. „Menschen mit Behinderungen müssen rausgehen in die Gesellschaft.“
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Die Sonne scheint für alle kostenlos | TAZ 12.2.2017

LEBEN Wann fängt Armut an? Reichen 850 Euro für ein anständiges Leben? Über die Bedeutung des Gefühls, eine Wahl zu haben.

Das Zahnkonto ist Gisa Muthgangs Erfindung. Vor längerer Zeit schon hat sie Geld für ihre Zahnbehandlungen angelegt. Jeden Monat zahlt sie 100 Euro ein. Manche Menschen sparen auf ein Auto, Muthgang spart auf neue Backenzähne. Zähne hauen ins Budget, wenn man nur 850 Euro im Monat hat. „Man muss umdenken“, sagt die ehemalige Erzieherin, die mit 60 Jahren vorzeitig in Rente ging, „es ist ein neuer Lebensabschnitt“.
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