Barbara Dribbusch

Journalistin & Autorin

Neues

Vom Wahlrecht ausgeschlossen | TAZ 16.6.2017

RECHT Menschen mit Behinderung und Betreuung „in allen Angelegenheiten“ dürfen laut Paragraf 13 des Bundeswahlgesetzes nicht wählen. Wie willkürlich ist diese Regelung?

Thies Teegen hat sich bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein für konkrete Themen interessiert, nicht für die Talkshow-Performance der Politiker. „Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen sind wichtig“, sagt der 52-Jährige, der in den Segeberger Wohn- und Werkstätten arbeitet. Er sitzt als sogenannter Selbstvertreter im Landesvorstand der Lebenshilfe Schleswig-Holstein. „Menschen mit Behinderungen müssen rausgehen in die Gesellschaft.“
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Zu alt, um Opfer zu sein | TAZ 13.3.2017

LIEBE Helmut Schmidts Freundin Ruth Loah ist tot. Eine Beziehung mit einem Prominenten gelingt am besten im hohen Alter.

Es wirkt auf den ersten Blick traurig, was man über die späte Lebensgefährtin Helmut Schmidts, Ruth Loah, liest: Die 83-Jährige starb schon vor mehr als zwei Wochen. Ihre Urne wurde, von der Öffentlichkeitkeit unbemerkt, auf dem Friedhof Hamburg-Tonndorf beigesetzt. Nur ein schlichter Stein mit der Aufschrift „Loah“ ziert das Grab, dazu zwei Sträuße, zwei Schleifen, eine davon vom Seniorenstift Augustinum Hamburg, so berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Mein Gott, was für ein einsamer Tod!“, denkt man sofort. Aber das ist der falsche Ansatz.
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Vertrauen auf das G-Wort | TAZ 18.2.2017

WAHLKAMPF  “Gerechtigkeit“ will der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zum Hauptthema seiner Kampagne machen. Nur: Welche genau meint er?

Alle Kandidaten würden „monatelang rund um die Uhr geprüft ob ihrer Zähigkeit, ihrer Geschmeidigkeit, ihrer Durchsetzungskraft, ihrer Krisenfestigkeit. Und vor allem in der Ausdauer, Plattitüden zu wiederholen.“ Das schrieb der Spiegel zum Bundestagswahlkampf 1998. Damals gewann die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder drei Millionen Zweitstimmen dazu und erreichte 40 Prozent.

Die Frage ist, ob der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Wahlkampf 2017 mit Plattitüden durchkommt.
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Die Sonne scheint für alle kostenlos | TAZ 12.2.2017

LEBEN Wann fängt Armut an? Reichen 850 Euro für ein anständiges Leben? Über die Bedeutung des Gefühls, eine Wahl zu haben.

Das Zahnkonto ist Gisa Muthgangs Erfindung. Vor längerer Zeit schon hat sie Geld für ihre Zahnbehandlungen angelegt. Jeden Monat zahlt sie 100 Euro ein. Manche Menschen sparen auf ein Auto, Muthgang spart auf neue Backenzähne. Zähne hauen ins Budget, wenn man nur 850 Euro im Monat hat. „Man muss umdenken“, sagt die ehemalige Erzieherin, die mit 60 Jahren vorzeitig in Rente ging, „es ist ein neuer Lebensabschnitt“.
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