Barbara Dribbusch

Journalistin & Autorin

Kolumnen

Hirschgulasch für Robinson | TAZ 22.12.2014

Ist man eine Heldin oder ein Loser, wenn man an Heiligabend allein bleiben will?

Die Sache mit der Verlassenheit kommt ja immer aus der Kindheit. Wir hörten am Abend zu Hause im Radio das Gutenachtlied, irgendein Kinderchor. Mein Vater stellte das Radio laut, sodass der Kinderchor durch die Wohnung hallte wie aus einer anderen Welt. Die Kinderstimmen sangen: “Schlaf in guter Ruh. Tu’ die Äuglein zu, höre wie der Regen fällt”. So weit, so kuschelig. Aber dann kam es: “Hör’ wie Nachbars Hündchen bellt. Hündchen hat den Mann gebissen, hat des Bettlers Kleid zerrissen, Bettler läuft der Pforte zu: Schlaf in guter Ruh!” An dieser Stelle kroch die Angst in mir hoch.
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Später

Titan ist unverwüstlich | TAZ 1.9.2014

Wollen Frauen jenseits der 50 nur noch gärtnern? Nein. Wir kaufen auch gerne mal ein paar Suggestionen

Als ich kürzlich mit Britt im Outdoor-Laden stand, fiel sie mir wieder ein, die Tagung zum “Senioren-Marketing” in einem schicken Hotel in Berlin. Es ging um die brisante Frage: Auf welche Werbung springt der ältere Mensch an? Die Konsumentin in späten Jahren, mitunter durchaus solvent, ist nämlich für die Werber so etwas wie fetter Speck in einer Mausefalle. Man würde gerne rankommen, die Frage ist nur: wie?
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Später

Der Nichtblick des Mannes | TAZ 29.9.2014

Frauen über 50 werden unsichtbar, heißt es. Hm? Warum starre ich die alte Frau in der U-Bahn dann so an?

Bevor die Frau mit der interessanten Grauhaarfrisur die U-Bahn betrat, war ich vertieft in einen Zeitungsartikel. Eine Beschwerde war es, mal wieder. Frauen über 50 werden diskriminiert, beklagte sich eine Autorin. Wir werden diskriminiert, aber nicht etwa, weil wir zu wenig Geld verdienen oder einen Offroader nicht alleine aus dem Schlamm schieben können. Nein, es geht um die Blicke. Wir kriegen zu wenig Blicke. Viel zu wenig. Von den Männern. Wir leiden unter Blickmangel. Und die Männer sind schuld, mal wieder.
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Später

Tanzen als Lebenselixir | TAZ 17.2.2014

Die besten Parties gibt es ab 60 – wenn sich alle freuen, dass sie noch da sind

Meine Freundin Britt sagt, alles ändere sich im Leben, wenn man so was wie das Ende sehe. Die Vergänglichkeit. Okay, ernstes Thema. Wird aber gleich lustiger. Ich komme auf Evis und Mathildes 60. Geburtstag zu sprechen. Die beiden hatten ihre Jahrestage zusammengelegt, ein Vereinshaus in irgendeiner Laubenkolonie gemietet und alles war bereit für irgendeine langweilige Vorverrentungsfete. Dachte ich. Wie man sich täuschen kann.
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Später

Alte Hüte | TAZ 18.11.2013

Viele Mützen in den Geschäften eignen sich für die Arktis. Oder eine Schiffstaufe. Aber nicht für den normalen Gang auf die Straße.

Als ich neulich bei Karstadt in der Hutabteilung vor dem langen Spiegel stand, der, man muss es zugeben, eigentlich vorteilhaft beleuchtet ist, wurde mir die ganze Misere schlagartig bewusst. Wintermütze! Brauche ich als Winterradlerin schon aus Kälteschutzgründen unbedingt. Aber welche? Tja.
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